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Dein Weg zur Reha

Wegweiser


Welcher Arzt darf eine Kur in die Wege leiten?

Ihr behandelnder Arzt, muss Ihnen die Dringlichkeit einer Kur bescheinigen, er kann mit Ihnen einen Kurort auszuwählen, in dem die geeigneten Kurmittel zur Verfügung stehen. Auch ein Betriebs- oder Vertrauensarzt kann eine Kur in die Wege leiten.

Wenn Sie es aus ihrer Sicht aus gesundheitlichen Gründen notwendig halten eine Kur zu machen ,lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten . Je nach Schwere und Phase der Krankheit wird er eine ambulante oder stationäre Kur empfehlen. Beide "Maßnahmen" dauern gewöhnlich drei Wochen.

2. Welche Rolle spielt die Krankenkasse oder Rentenversicherungsträger ?

Die Krankenkasse oder Ihr Rentenversicherer ist dann Ihr nächster Ansprechpartner nach dem Arzt. Mit ihnen müssen sie klären, ob die Kosten für die "Kur" von der Krankenkasse oder von einem anderen Sozialversicherungsträger getragen werden. Bei der zuständigen Stelle erhalten Sie auch alle Antragsformulare, die für die Bewilligung Ihrer "Maßnahme" erforderlich sind.

3. Welche Kosten muss ich bei einer Kur tragen?

Bei allen Kuren nach dem Sozialversicherungsrecht verlangt der Gesetzgeber von den Patienten eine finanzielle Selbstbeteiligung.

Bei stationären Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen (Reha) ist eine tägliche Zuzahlung von 10 Euro zu leisten. Dafür sind die übrigen Leistungen frei.

Bei ambulanten Vorsorgemaßnahmen in Kurorten (früher: "Offene Badekur") sind folgende Zahlungen fällig:

* 10 Euro für die vorgeschriebene Konsultation des Kur- oder Badearztes
* 10 Prozent der Kosten der verordneten Kurmittel plus 10 Euro pro Rezept. Um Rezeptgebühren zu sparen, ist es daher günstig, sich alle Anwendungen vom Arzt auf einem Rezept verordnen zu lassen.

Für die insgesamt von Ihnen zu tragende Zuzahlung gibt es eine Obergrenze. Sie liegt grundsätzlich bei zwei Prozent des Brutto-Familieneinkommens, bei schweren chronischen Krankheiten bei einem Prozent. Zum Brutto-Familieneinkommen gehören alle Einkünfte des Versicherten und der in seinem Haushalt lebenden Angehörigen. Lassen Sie sich deshalb von Ihrer Krankenkasse ausrechnen, welche Kosten maximal auf Sie zukommen.

4. Wer kommt als Kostenträger in Frage?

Die Krankenkasse zahlt für Personen:

* Die selbst pflichtversichert sind.
* Freiwillig versichert in einer gesetzlichen Krankenkasse sind.
* Außerdem für Rentner und Hausfrauen ohne eigenes Einkommen sowie Kinder.


Es sei denn, eine der folgenden Träger ist vorrangig zuständig:

* Rentenversicherung: Sie zahlt für diejenigen, die als Arbeitnehmer rentenversichert sind oder es eine bestimmte Zeit lang waren
* Unfallversicherungen und Berufsgenossenschaften zahlen nach einem Arbeitsunfall. Dazu zählt auch der Unfall auf dem Weg zur Arbeit, in die Schule oder den Kindergarten und zurück.
* Das Versorgungsamt ist zuständig für Kriegs- und Wehrdienstbeschädigte, sowie für Opfer von Gewalt.
* Beihilfestellen tragen die Kosten für Angehörige des öffentlichen Dienstes, soweit kein anderer Anspruch besteht.
* Bei Waisen und Halbwaisen der Rentenversicherungsträger.

Sollte es sich nicht eindeutig klären lassen, wer für die Kostenübernahme zuständig ist, ist jede der genannten Stellen dazu gesetzlich verpflichtet (SGB IX), den Antrag entgegen zu nehmen und verwaltungsintern die Zuständigkeit zu klären.Alle Anträge und Widersprüche sind bis dahin mit Eingang bei einer dieser Stellen rechtswirksam.

5. Was kann ich tun, wenn die Kur abgelehnt wird?

Jede beantragte Kur muss vor ihrer Bewilligung durch eine neutrale ärztliche Institution auf ihre medizinische Erfordernis hin überprüft werden. Diese "Begutachtung" geschieht in der Regel schriftlich allein auf der Grundlage der vorliegenden Krankenakten.Eine zusätzliche körperliche Untersuchung beim Amts- oder Vertrauensarzt kann jedoch jederzeit verlangt werden.

Sollte eine vom Hausarzt befürwortete Kur , allein auf Grund der Krankenakten abgelehnt werden, sollte man auf jeden Fall gegen den Ablehnungsbescheid Widerspruch einlegen und auf eine persönlichen Untersuchung und Begutachtung beim Amts oder Vertrauensarzt bestehen. Insbesondere gilt dies, wenn der Arzt einen Klimawechsel oder den Aufenthalt in einen entfernten Kurort für die Heilung für erforderlich hält, die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger aber nur eine "wohnortnahe Maßnahme" bewilligt.

Bei Ablehnung des Kurantrages hilft Widerspruch
Häufigster Grund der Krankenkassen, um eine Reha- oder Vorsorgemaßnahme abzulehnen:
"Die wohnortnahen Möglichkeiten sind nicht ausgeschöpft". Wird ein Kurantrag abgelehnt, lohnt sich in vielen Fällen der Widerspruch oder ein persönliches Vorsprechen bei der Kasse. Dazu hat man einen Monat Zeit. Eine nochmalige ärztliche Stellungnahme über Dringlichkeit
und die medizinische Notwendigkeit der Kur erhöht die Aussicht auf Erfolg.
Ein Brief an die Krankenkasse sollte folgende Sätze enthalten:

• Ich bin mit der Ablehnung meines Kurantrages nicht einverstanden.
• Hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihre Ablehnung vom (Datum) für
meinen Antrag auf eine ambulante Vorsorgemaßnahme nach
§ 23,2 SGB V vom (Datum) ein.
• Ich bitte Sie, den damals beigefügten Arztbericht und die neuerliche
Stellungnahme noch einmal genau zu überprüfen.
• Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass es sich um eine Leistung der
Krankenkassen handelt, die alle drei Jahre gewährt werden kann.
Immerhin:
80 Prozent aller zunächst abgelehnten Kuranträge werden dann doch noch von den Krankenkassen akzeptiert.
(Quelle: Deutscher Heilbäderverband e.V.)

6. Was ist eine "ambulante" Kur?

Die ambulante Vorsorge- oder Rehabilitations-Kur bezeichnete man früher als "offene Badekur". Sie heißt jetzt offiziell "Ambulante Vorsorgeleistung in anerkannten Kurorten" (SGB V, § 23 Abs. 2). Bei dieser ambulanten Kurform dürfen Sie selbst den Kurort und die Unterkunft wählen. Natürlich muss der Arzt Ihre Wahl befürworten.

Ambulante Kuren können von den Kostenträgern im Abstand von drei Jahren genehmigt werden.

7. Was ist eine "stationäre" Kur bzw. eine "Anschlussheilbehandlung"?

Stationäre Heilmaßnahmen in einer Kurklinik werden als "stationäre Vorsorge- oder Rehabilitationskur" bzw. als "stationäre Anschlussrehabilitation" (AHB) bezeichnet . Sie entspricht der klassische Form der Kur. Über die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme entscheidet der Kostenträger auf Antrag Ihres Arztes.

Solche "stationären Kuren" sind nur in Einrichtungen möglich, mit denen der Kostenträger eine entsprechende Vereinbarung hat. Er bestimmt deshalb Zeitpunkt und Ort.Bedenken Sie das bei Ihrer sogenannten freien Wahl der Kureinrichtung

In der Regel werden alle Kosten übernommen. Nur die Zuzahlungen (siehe Punkt 3) muss der Patient selbst tragen.

Normalerweise dauert eine "stationäre Kur" drei Wochen, es sei denn, die Art der Krankheit erfordert von vornherein eine längere Behandlung.Stellt sich während der "Kur" herausstellt, dass eine längere Behandlung medizinisch notwendig ist wird sie verlängert.

Eine solche Kur wird für die gleiche Krankheit in der Regel nur alle vier Jahre bewilligt.

8. Muss ich wirklich noch zum Kur- oder Badearzt ?

Keiner kennt sich mit den Heilmitteln und Anwendungen im Kurort so gut aus, wie die ansässigen Badeärzte. Es ist deshalb vorgeschrieben, dass Sie sich nach Eintreffen im Kurort bei einem der Kur- oder Badeärzte vorstellen. Dazu bringen Sie den Bericht Ihres Hausarztes mit, wenn er nicht schon vorab zugesandt wurde.

Der Badearzt verordnet auf Grund der Kurempfehlung des Hausarztes, seiner Kenntnis der örtlichen Kurmittel und seiner eigenen Untersuchungsergebnisse die Kuranwendungen. Erst mit dieser Verordnung werden Sie bei den entsprechenden Therapeuten behandelt.

Für die Dauer Ihrer Kur ist der Badearzt Ihr Ansprechpartner. Er ist auch verantwortlich für die Verträglichkeit der Anwendungen. Am Ende muss er Ihnen einen Bericht für Ihren Hausarzt mitgeben, in dem über das Ergebnis der Kur berichtet wird und der weitere Empfehlung für Ihre medizinische Betreuung nach der Kur enthält.

9.Was ist sonst noch zu beachten?

Regeln Sie die Frage der Kostenübernahme immer vor Antritt der Kur! Klären Sie in welcher Höhe die Kosten übernommen werden und ob Sie zunächst vorleisten müssen. Die Übernahme der Kurkosten hat übrigens keinen Einfluss auf ihre spätere Rente.

Im Forum finden Sie Kurbericht von Mitgliedern zu folgenden Kliniken :

Rangauklinik in Ansbach Strüh

Reha und AHB in Todtmoos(Hochschwarzwald)

Reha Bad Salzuflen - Mediankliniken am Burggrabe

Reha Schönau am Königssee Ostseeklinik-Schoenberg-Holm

Oberammergau Gesundheitszentrum „Am Kofel"

Espan-Klinik in Bad Dürrheim

Rehabericht Ostseeklinik Prerow

Reha Marzoll – Schloßberghof

Reha Wyk auf Föhr, Westfalenklinik

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